Geschichte der Domlotterie

Am 1. Mai 1862 wurde der Grundstein zur Erbauung des Mariä-Empfängnis-Domes in Linz gelegt. Bischof Franz Joseph Rudigier hatte anlässlich der Verkündigung des Dogmas der Unbefleckten Empfängnis Mariens den Entschluss gefasst, in Linz eine neue Kathedralkirche errichten zu lassen. Nach seinem Willen sollte der Mariendom aus „Spenden des gesamten Volkes“ erbaut werden. Vor allem den „Marienpfennigen“, den kleinsten Beiträgen der Mitglieder des damals gegründeten Dombauvereins, maß Bischof Rudigier große Bedeutung bei, weil er der Überzeugung war: „Wenn sich der Dombauverein über die ganze Diözese ausbreitet und in allen Gemeinden zahlreiche Mitglieder findet, so ist dem großen Werke der Erfolg gesichert, ohne dass irgendjemand deswegen schwere Opfer bringen müsste“.
Der Mariendom Linz wurde – noch nicht ganz fertiggestellt – am 29. April 1924 eingeweiht. 1926, zwei Jahre später, rief der damalige Dombauverein eine Dombaulotterie ins Leben, mit deren Einnahmen der Mariendom weiter ausgestaltet werden konnte. Die Preise: Eine Villa, ein Automobil der Marke Steyr, eine komplette Brautausstattung bestehend aus Möbeln, Betten und Wäsche sowie ein Pferd oder eine Milchkuh nach freier Wahl. 

2012, anlässlich des Jubiläums „150 Jahre Grundsteinlegung“, sowie 2016 wurde die Idee nach dem Vorbild der historischen Dombaulotterie von 1926 wieder aufgegriffen und neu belebt. 2021 müssen die einzigartigen Gemäldefenster des Mariendom Linz restauriert werden. Erneut soll diese Anstrengung mit Hilfe der Einnahmen aus der Domlotterie gelingen und wertvolles Kulturgut bewahrt werden. So sehr sich auch die Auswahl der Hauptpreise seit 1926 verändert hat, eines trifft heute wie damals zu: Jedes verkaufte Los ist ein kleiner Beitrag für den Einzelnen – in Summe aber eine großartige Unterstützung für den Mariendom.